Es rauscht wie Freiheit. Es riecht wie Welt.- Man kann es wohl kaum besser ausdrücken als Joachim
Ringelnatz, welche Emotionen Segelschiffe bei sehr vielen
Menschen auslösen können.
Nur wenige Segel stehen heute noch am Wind, vereinzelte
Veteranen oder Schulschiffe einer auslaufenden Epoche
sind es. Mit dem technischen Zeitalter sind neue
Ziele aufgetaucht Große Dieselmotoren oder Turbinen
treiben heute riesige Containerschiffe über die See.
Die große Zeit der Segelschifffahrt ist vorbei. Die Jahre sind über alles hinweggegangen, sie haben den Beruf des Seemanns verändert. In uns ist aber eine Ahnung davon
geblieben, was wir verloren haben. |
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Täuschen wir uns aber nicht. Die Arbeit auf den Frachtseglem
war immer hart, gefährlich und voller Entbehrungen, wie wir uns
das nicht vorstellen können. Wer nur Romantik in der Segelschifffahrt
suchte, ist bald an der rauhen Wirklichkeit zerbrochen. Mit den
letzten Segelschiffen sind auch die alten Seemannsweisen, die Matrosen·
lieder und die Shanties, in denen die See rauscht und das Heimweh besungen
wurde, in denen der Rhythmus der Arbeit schwingt und viele Seemannsgeschichten
leben, von den Meeren verschwunden. Aus den Liedern
der Seeleute sprach selten Respekt vor Autoritäten mit.
Die Lieder drücken aber immer wieder die Sehnsucht nach der Geliebten oder nach dem Heimathafen aus. Die Lieder sind rauh oder sentimental. Als unentbehrliches Instrument begleitet die Ziehharmonika den Gesang. Fast alle Shanties und Seemannslieder sind englischen Ursprungs. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren auf den großen Segelschiffsrouten nach Australien, Südamerika und Ostasien fast nur englische oder amerikanische Segelschiffe anzutreffen. Bis zur Gründung des Deutschen Reiches waren deutsche Segelschiffe hauptsächlich nur in der Nord- und Ostsee tätig. Vereinzelt fuhren auch kleinere segler nach Übersee. Viele deutsche Seeleute fuhren auf englischen und amerikanischen Schiffen. Sie brachten die Lieder mit auf die deutschen Segler. |
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Auf den Segelschiffen wurden entweder die Arbeitslieder, also Shanties, gesungen, oder allgemeine Seemannslieder, die im Englischen als Seasongs bezeichnet werden. Die Shanties wurden zur Bedienung des Gangspills beim Anker hieven, beim Ziehen an den Tauen, beim Segel heißen und beim Drehen der Winden und Pumpen gesungen. Ein Vorsänger sang den eigentlichen Text der Strophe, worauf die anderen Seeleute mit dem Refrain einfielen und nach dem Takt des Liedes gleichmäßig zogen, schoben, hoben oder traten. Wenn der Vorsänger die nächste Strophe sang, nahmen die anderen wieder die für den nächsten Schritt erforderliche Stellung ein oder erholten sich kurz. Die Seasongs wurden oft in der Freizeit gesungen. Ganz besonders diese Lieder drückten die Sehnsucht der Seeleute deutlich aus. Es gibt viele Shanties, die von allen seefahrenden Nationen übernommen worden sind. Wir finden sie auf finnischen, norwegischen, italienischen oder deutschen Schiffen. Viele Lieder sind fast international und wurden in die jeweilige Sprache umgedichtet. So ist das berührte Lied "Rolling home" in fast jeder Seefahrtssprache zu finden. Viele Lieder erlebten eine textliche Umwandlung, es gibt von ihnen unzählige Variationen. So gehört z. B. "Die Bank von Sacramento" zu den bekanntesten und meistgesungenen Shanties. Ursprünglich wurde der Song um die Mitte der 19. Jahrhunderts von den kalifornischen Goldsuchern gesungen, die wiederum ein religiöses Lied umgeformt hatten. |
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Von den Goldfeldern Kaliforniens fand es den Weg auf die Decks der amerikanischen Klipper. Die Klipper, Vollschiffe, Barken und Briggs sind zwar von den Weltmeeren verschwunden. Die Liebe zu ihnen hat aber nicht nachgelassen. Windjammerparaden locken regelmäßig hunderttausende Menschen an die Küsten. Und die Menschen bekommen eine Ahnung von der Schönheit dieser Schiffe. Auch die Lieder der Segelschiffe sind nichtverklungen. Viele Shanty-Chöre an der Küste und im Binnenland bemühen sich, die Tradition fortzuführen. In ihrem Liedgut haben neben den alten Seemannsliedern auch Volkslieder Eingang gefunden, die Geschichten vom Meer erzählen. |
Die Lieder verbinden uns mit „der unvergänglichen See, den Schiffen, die nicht mehr sind und den schlichten Männern, deren Tage nicht mehr wiederkehren.“ Josef Conrad |
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Diese Lieder sind in unserem Reportoire |
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Shanties- und Seemannslieder |
geistliche Lieder |
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| A | A | ||
| Auf der Reeperbahn nachts um halb eins Auf Kaperfahrt |
Aber heidschi bumbeidschi Adeste fideles Auf Weihnachtshafenwache |
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| B | |||
| Barba Jere | |||
| D | D | ||
| Dankeschön und auf Wiedersehen Das gibt´s nur auf der Reeperbahn bei Nacht Das ist die Liebe der Matrosen Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern De Hamborger Veermaster Die Buddel mit Rum Die Kneipe im Moor Die Warjag |
...denn es ist Weihnachtszeit Die Himmel rühmen des ewigen Ehre Dona nobis pacem |
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| E | E | ||
| Ein lustiges Leben Ein schöner Tag Einmal noch nach Bombay Es weht der Wind mit Stärke 10 |
Ehre sei Gott Es kommt ein Schiff geladen |
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| F | F | ||
| Fahr mich in die Ferne Funikuli - Funikula |
Fröhliche Weihnacht überall | ||
| G | G | ||
| Good Night Ladies Gorch Fock Lied |
Go, tell it on the mountain | ||
| H | H | ||
| Hamburger Veermaster Herrllicher Baikal Heut geht es an Bord |
Haben Engel wir vernommen Halleluja (um die Welt geht unser Lied) Heilige Nacht am Hafen |
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| I | I | ||
| In Hamburg liegt ein Segelschiff im Hafen In Honolulu It's a long time ago |
Ich bete an die Macht der Liebe | ||
| J | |||
| Johnny Johnny | |||
| K | K | ||
| Kari waits for me Kleine weiße Möwe |
Kinder dieser Erde | ||
| L | L | ||
| Lieder so schön wie der Norden | Lobt den Herrn der Welt | ||
| N | |||
| Noch drei Meilen bis Weihnacht | |||
| M | |||
| Molly Mallone My Bonnie is over the ocean |
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| O | O | ||
| Oh Shennandoah | O, Herr gib Frieden | ||
| R | |||
| Roll the Cotton Down Roll, Alabama roll Rolling Home Rum aus Jamaica |
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| S | S | ||
| Sailing sailing Schön ist die Liebe im Hafen Schwer mit den Schätzen des Orients beladen Seemann, deine Heimat ist das Meer Shantychor Song Sie hieß "Mary Ann" |
Sancta Maria Sankt Niklas war ein Seemann Schifferlied zu Weihnacht So nimm denn meine Hände Still liegen die Schiffe (Weihnachts-Hafenwache) Stille Nacht Sturmbeschwörung |
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| T | T | ||
| The yellow Rose of Texas Trinkspruch + Sängergruß der Polizei |
Tommel – Lied | ||
| U | |||
| Up she goes | |||
| V | V | ||
| Volldampf voraus | Vineta | ||
| W | W | ||
| Wenn das Schifferklavier an Bord ertönt What shall we do with the drunken sailor Whisky for my Johnny Wo es Mädels gibt Kameraden Wohlauf die Luft geht frisch und rein |
(Weihnachten)...denn es ist Weihnachtszeit Weihnachten auf hoher See Weihnachten bin ich zu Haus |
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| Z | |||
| Zum Sanctus | |||